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Wasserturm d

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Michael-Becker-Architects-Architekten-Wasserturm-Donauwoerth-Perspektive

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Atmosphärische Konzeptdarstellung

Michael-Becker-Architects-Architekten-Wasserturm-Donauwoerth-Ansicht

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Ansicht

Michael-Becker-Architects-Architekten-Wasserturm-Donauwoerth-Schnitt

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Schnitt

Michael-Becker-Architects-Architekten-Wasserturm-Donauwoerth-Grundrisse

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Grundrisse und Details

Konzeption | Auf dem Schellenberg in Donauwörth, in unmittelbarer Nähe zum Bodendenkmal „Sternschanze“, soll ein neuer Wasserhochbehälter entstehen. Das Konzept sieht die Errichtung eines turmartigen Bauwerkes vor, wobei es diese Bauform erlaubt, der geforderten Wirkung als Landmark gerecht zu werden. Dabei spielt der Baukörper mit den historischen Begebenheiten des Ortes. Höhenzüge dienten historisch gesehen als strategisch wichtige Orte. In Folge dessen entstanden dort Wehranlagen mit Türmen als vertikale bauliche Struktur, die weithin sichtbar waren. Auch der Schellenberg war gekennzeichnet von einer Wehranlage, deren geschichtlich bedeutsame Überreste heute als „Sternschanze“ nachvollziehbar sind. Damit verbunden dient das gelerne Bild historischer Wassertürme als weitere Referenz. Diese weisen aufgrund der notwendigen Höhenlage der Wasserbehälter eine starke Vertikalität auf und werden dabei zum stadt- oder landschaftsprägenden Element. Die Versorgung der Bevölkerung wird inszeniert.

Als Bauwerk für die Bevölkerung wird der Wasserturm in Donauwörth konsequent weitergedacht. So dient er nicht nur als Speicher, sondern wird gleichzeitig für die Bevölkerung in Form einer Aussichtsplattform zugänglich gemacht. Zudem wird die Wassertechnik durch das aufgeglaste Erdgeschoss inszeniert. Damit besteht einerseits die Chance, der Bevölkerung die Relevanz des Themas „Wasserversorgung“ näher zu bringen, andererseits wird ein fundamentaler Impuls geliefert, das Bodendenkmal „Sternschanze“ aufzuwerten, indem ein Überblick auf das komplette Areal angeboten wird. Dabei kann nicht nur die Sternschanze in ihrer ganzheitlichen Form nachvollzogen, sondern zusätzlich ein Weitblick auf die historische Altstadt von Donauwörth und das Donautal generiert werden.

Städtebau | Der neue Wasserturm befindet sich südlich des Auftaktplatzes zur neuen Wohnbebauung „Alfred Delp Quartier“ und nördlich des Bodendenkmals Sternschatze, einer parkähnlichen Struktur. Dabei definiert sich der Wasserturm nicht als raumbildendes, platzbegrenzendes Element, sondern als Teil des, vom altem Baumbestand geprägten, Grünbereichs. Durch diese Positionierung wird ein Einwirken des Parkraums auf den neu geschaffenen Platz gewährleistet. Das Abrücken des infrastrukturellen Bauwerks führt gleichzeitig zu einer Stärkung der Platzraumbildenden Wohnbebauung sowie des Alfred Delp Pavillions als zentral stehendes, urbanes Element. Zusätzliche Wegeverbindungen durch den Park werden geschaffen, und mit dem neuen, im städtebaulichen Rahmenplan definierten, Wegenetz verknüpft.

Baukörper | Aufgrund seines Selbstverständnisses als Teil des Parkraums bezieht sich der Wasserturm in seiner Ausformulierung auf die Struktur eines baumes. Ein Aufgeständerter Kern aus monolithischem, brettergeschalten Dämmbeton bildet die Grundstruktur, an die ein sich verzahnendes Flachstahlgeflecht angehängt wird. Dieses dient gleichzeitig als Auflager für die Stahlwangentreppen sowie für das Dach der Aussichtsterrasse. Dabei schafft der Betonkörper eine Analogie zur Dichte des Blattwerks. Zusätzlich spielt die eigene, rote Tonalität des Bauwerks mit den jahreszeitlich wechselnden Farbigkeiten der umliegenden Bäume. Die erdgeschossige Aufständerung samt Verglasung dient einerseits dem Einblick in die Wassertechnik, andererseits erzeugt sie eine Verwandtschaft zur Erscheinung einer Baumgruppe mit ihrer Durchlässigkeit unterhalb des Astansatzes. Das Flachstahlgeflecht mit zahlreichen gesteckten Verzweigungspunkten hingegen übersetzt abstrakt das Bild von Aststrukturen.

Grundriss | Die Grundrisskonzeption folgt der radialen Struktur eines aufgeschnittenen Baumstammes. Den Kern bildet hierbei der Edelstahl-Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 1700m3. Umlaufend ordnen sich Revisionsstege an, die über ein Leitersystem erreichbar sind. Unterhalb des Tanks, auf Erdgeschossniveau, befindet sich die Schaltwarte, die nötige Schleuse, die Revisionstore und das Notstromaggregat. Im Untergeschoss, über einen luftraum von der Schaltwarte aus einsehbar, befindet sich der Pumpenkeller samt wc. Den Betonkern umschließend ordnet sich im Außenbereich ein Treppensystem an, das als Aufgang zur überdachten Aussichtsplattform fungiert. Dort sammelt sich in einer Mulde im Boden Regenwasser, welches nur langsam verdunstet und erneut das Thema Wasser inszeniert.

 

  Mitglied des BDA - Bund deutscher Architekten